Division by Zero!
Veröffentlicht von bruZard
In der Liste meiner täglich konsumierten Weblogs befinden sich zu 99% nur Perlen. Aufmerksam studiere ich die Inhalte und lasse mich hier und da auch gern inspirieren. Hin und wieder kommt es allerdings vor dass ein Blogger das Ziel verfehlt und Dinge in einen Zusammenhang bringt der entweder nicht existiert, im besten Falle aber an den Haaren herbei gezogen ist.
Herr Klaus Jarchow auf Medienlese.com lies sich heute beispiellos über “Contentlieferanten” aus. Dass das Wort kacke ist, da stimme ich mit ihm überein, wenngleich es sich nur um einen fehlenden Bindestrich handeln mag, aber dass der Sinn Unsinn ist geht mir zu weit.
Zitat:
[...]Medieninhalte herzustellen, das ist der gesellschaftliche oder systemische Lebenssinn jener ‘Marken’, die solche Namen wie ‘Stern’, ‘ZDF’, ‘Endemol’ oder auch ‘Spreeblick’ auf der Stirn tragen. Wenn ich jetzt aus einem solchen Unternehmen die Contentproduktion auslagere und einem ‘Lieferanten’ übertrage, dann bleibt von dem sendenden Medienunternehmen außer dem Namen nur noch eine leere Hülle übrig. Es verwandelt sich in einen Luftballon; in eine Verwaltung, die nichts mehr außer sich selbst verwaltet. Ähnlich wie ein Stahlwerk, das sich seinen Stahl vom Pizzaservice bringen ließe.[...]
Nee, ist Blödsinn. Wenn ich einem Kunden eine Website gestalte ist vor Vertragsschluss nicht festgelegt ob ich auch die Inhalte erstelle, auch ist es nicht die Regel dass ich Fotos selbst schiesse, i.d.R. tun dies “Contentlieferanten”. Als Journalist mag es Herrn Jarchow nicht geläufig sein, aber ich kann da helfen: Es gibt in der Mediengestaltung die Trennung zwischen Form und Inhalt. So kann ein Medienunternehmen sich durchaus auf die Form spezialisieren und den Inhalt durch “Contentlieferanten” erstellen lassen.
Der gesamte Artikel liest sich wie eine Hasspredigt auf alle “Medienlieferanten” die ihre Inhalte nicht zu 100% selbst erstellen oder gar die Dreistigkeit besitzen Geld für das zu verlangen was sie dort im Vorfeld bezahlen.
Klar lese ich die FAZ lieber kostenlos online als mir für 1,80 Euro veraltete Informationen auf toten Bäumen zu kaufen … ich könnte es aber auch verstehen wenn die FAZ ihre Inhalte plötzlich kostenpflichtig im Web anbieten würde. Zwar würde ich dann lieber auf die FAZ verzichten als Geld zu verbrennen, aber ich würde nicht gegen die FAZ wettern.
Die Medienlese befindet sich nicht in meiner Liste, ich fand es nur bemerkenswert einen so unqualifizierten Artikel in einem so bemerkenswerten Blog wie der Sargnagelschmiede zu finden.
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